Historie

Das Wohnen mit und in der Natur wird in Hüttblek großgeschrieben

Ausgang der Besiedlung der Gemarkung Hüttblek war die um 1500 in dem großen Waldgebiet des Kisdorfer Wohldes betriebene Glashütte. Zwei Standorte sind in Hüttblek und an der Gemarkungsgrenze bekannt. Nach der Abwanderung der Glashütte blieben große Kahlschläge zurück. In diesen "Hüttenblecks" machten sich Siedler das Land urbar. 1541 wurden die ersten drei Siedler im Segeberger Amtsregister erwähnt. Die Köhlerei wurde weiter betrieben und war über mehrere Jahrhunderte hinweg (bis etwa 1910) ein wesentlicher Erwerbszweig.

In den Jahren 1775 und 1780 erfolgte die Vermessung der Gemarkung durch den Landvermesser Greve und im Jahr 1794 fand die Verteilung (Verkoppelung) der Flächen statt. In Hüttblek gab es fünf 1/3 Hufner, vier 1/4 Hufner, zwei 1/8 Hufner und ein Kätner mit eigenen Flächen. Gemeinschaftliche Ackerflächen waren nicht vorhanden.Prägend für die 450 Jahre Dorfentwicklung war die Landwirtschaft. Besonders erwähnenswert sind hier die beachtlichen Leistungen in der Rinderzucht. Hüttbleks "Rotbunte" standen ganz oben in der Leistungsbewertung. Von 1875 bis 1895 wurde auf dem Hof von Hans-Hinrich Thies die erste Privat-Meierei betrieben. Durch die Gründung der Genossenschaftsmeiereien lohnte sich später der Betrieb nicht mehr.

Auf dem Gehöft von Hubert Mohr und der dort betriebenen Gastwirtschaft befand sich von 1922 bis 1972 die Deckstation des Verbandes der Züchter des Holsteiner Pferdes. Bis 2007 war der "Gasthof zur Erholung" ein beliebter Ort fröhlicher Geselligkeit, hat er sich doch ein wenig Flair aus der Zeit der Erbauung 1903 bis in die heutigen Tage erhalten können. Ein Schankbetrieb bestand auf dem Hofe schon seit etwa 1840. Seit 2008 wird nun ein neuer Betreiber gesucht.

Von 1904 bis 1940 bestand die Spar- und Darlehnskasse Hüttblek mit der angeschlossenen landwirtschaftlichen Bezugsgenossenschaft. Das Lagerhaus befindet sich ebenfalls neben der Gastwirtschaft. Das Hüttbleker "Kaufhaus" war ebenfalls ein wesentlicher Bestandteil des Dorflebens. Ende des letzten Jahrhunderts wurde es als Backstube mit Ladenverkauf erbaut. Bis 1979 wurde es als Gemischtwarenhandlung betrieben. Eine betriebliche Umstrukturierung wurde dann erforderlich.

Schulunterricht fand wahrscheinlich erst ab 1780 in Hüttblek statt, zunächst in der vom Schulmeister angemieteten Schmiedekate. Ab 1793 fand der Unterricht in einer an die Hirtenkate angebauten Schulstube statt. 1884 wurde ein neues Schulgebäude mit Lehrerwohnung errichtet. Die Schule war bis 1966 in Betrieb, bis die Gemeinschaftsschule in Sievershütten den Schulbetrieb übernahm.Obwohl alle dörflichen Kommunikationsmöglichkeiten, wie Kaufladen, Poststelle (von 1933 bis 1980) und Schule nicht mehr vorhanden sind, besteht dennoch ein reges kulturelles und gesellschaftliches Leben. So wie die Schule, haben auch Vereine, wie Sportverein, Schützengilde, Bürgerverein, Kindergartenverein und Landfrauenverein ihre Mitgliederliste auf die drei Orte Stuvenborn, Sievershütten und Hüttblek ausgedehnt.

Lediglich die örtlichen Feuerwehren haben ihre Eigenständigkeit bewahrt. Die Hüttbleker Feuerwehr wurde 1934 gegründet und zählt heute weit über 20 Aktive. Ein Löschgruppenfahrzeug steht zur Verfügung, ebenso das 1984 erbaute Feuerwehrhaus mit Fahrzeughalle und Gruppenraum.Das Ortsbild ist auch heute noch von der Landwirtschaft geprägt, obwohl der Schein trügt. Von den einst elf landwirtschaftlichen Vollerwerbsbetrieben werden heute nur noch drei bewirtschaftet. Durch die Bebauung mit Einfamilienhäusern entlang der vorhandenen Gemeindewege, unter Verzicht auf die Erschließung von Neubaugebieten, konnte dieser naturnahe Dorfcharakter erhalten bleiben. Dies auch, um das Ortsbild, eingebettet am Rande des Landschaftsschutzgebietes Kisdorfer Wohld, nicht zu zerstören.

Dennoch befindet sich in den alten und neuen Gebäuden hier und da ein kleines Unternehmen. In Hüttblek ist keine Flurbereinigung durchgeführt worden. Die kleinen Flächen sind mit Knicks umgeben. Die liebenswerte Landschaft, wie sie im letzten Jahrhundert angelegt und gewachsen ist, ist weitgehend noch erhalten. Das Wohnen mit und in der Natur wird deshalb in Hüttblek großgeschrieben.

Das Wappen von Hüttblek

Die Schildteilung des Wappens durch eine sowohl als Hausdach wie auch als Rodungskeil dargestellte Spitze setzt den Namen der Gemeinde "redend" ins Bild.
Gemeint ist ein Kahlschlag im Kisdorfer Wohld, der durch das Schlagen von Holz zum Betrieb einer Glashütte entstanden ist.

Seit 1523 wurde die Rodungsfläche zusätzlich landwirtschaftlich von Kisdorfer Bauern genutzt. 1541 wurden die ersten drei Siedler namentlich genannt.

Die Landwirtschaft ist seither die hauptsächliche Nutzungsform geblieben.
Der grüne Dreiberg im Schildfuß des Wappens verdeutlicht die Lage des Ortes in der abwechslungsreichen Endmoränenlandschaft des Kisdorfer Wohldes. Aus dem Berg wachsend bildet das Knabenkraut die auffälligste Figur. Diese Orchideenart ist im Gemeindegebiet stellenweise noch vorhanden. Ebenso wie diese seltene und gefährdete Pflanze geschützt und bewahrt wird, soll auch der Ort Hüttblek selbst nach dem Wunsch seiner Bewohner in der naturnahen, dörflichen Struktur erhalten und geschützt werden. Die drei grünen Blätter weisen auf die ersten drei Siedler hin. Die roten Blüten und Knospen sind als Sinnbild einer gedeihlichen Entwicklung des Ortes bis heute und in Zukunft zu verstehen.